Freitag, 16 Dezember 2011 23:09

Zuglufttiere

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Pips unterwegs ... Pips unterwegs ... Zeichnung von Birgit Weierer

Einen wie Pips friert’s an kühlen bis kalten Wintertagen so erbärmlich wie alle anderen Leute auch, und sogar manchmal schon, wenn er bloss durch den engen Flur seiner kleinen Neubiberger Heimstatt latscht. Vor allem in Nähe seiner Ein- oder-und-auch Ausgangstür, da Altbau und Türschlüsse unten, oben und sonst wo nicht mehr ganz dicht, und Wind & Wetter draussen direkt vor der Wohnungstür höchst persönlich wetterwütig im Hausflur unterwegs. Stichwort: es zieht wie Hechtsuppe!

Gegen Zug gibt’s natürlich eine Menge netter Dinge, die diese etwas erträglicher machen: Bahnhöfe zum Bleistift oder wärmende Riesen-Jogi-Schals, links wie rechts und auch beidseitig herumgedreht um das bisschen Hals, und dann gibt es natürlich auch noch die Zuglufttiere.

Ja, haste richtig und vermutlich selbst auch das eine oder andere wollig-warme freundliche Getier bei Dir zu Hause! Liegt vermutlich ganz ruhig und gemütlich vor bzw. hinter Deiner Wohnungstür, so dass Du und Deine Gäste, von welcher Seiten man es auch betrachtet, immer wieder so richtig schön ins Stolpern kommen. Ein übertrieben langer Hund oder eine Langkörperkatze oder ein Krokodil, ein Eichhörnchen, ein Elefant, Tiger, Bär oder Esel. Besonders Esel, wer sich freiwillig in die wilde Zugluft legt, bloss damit Du nicht einfrierst! Und jeder zweite Psychoklempner und erster Seelenheini wird Dir bestätigen: „Im menschlichen Quälerei-Bereich sind Tiere immer noch die beste Tieraphie!“

Aber nun komm’ mal wieder ‚runter, lieber Leser und User samt geehrter Damenschaft, und lass’ Deine Kids erst mal brav Dankeschön zu den Onkels und Tanten sagen, die diese wunderbaren Zuglufttiere um Weihnachten herum erfunden haben und mit ihnen das ganz grosse Geschäft ihres Lebens machen. Sie hätten ja ebenso gut auch einen alten Sack zur Wohnungstürzugvermeidung vorschlagen können, den man einfach schlicht und ergreifend vor die betreffende Zugluftritze legt. Oder eine neuartige Kleinteppichpyramide, fein säuberlich übereinander gestapelt. Oder auch bloss beraten können:“ Wickeln Sie doch einfach ein paar ausrangierte Kleidungsstücke zusammen, und knallen Sie diese als Wärmeerhaltungsgruppierung vor Ihre zugige Tür!“ Aber – nein!

Hätte man vermutlich nämlich alles bei der Hand gehabt: alten Sack und Teppichreste wie auch Kledage-Gekrumpel – aber wie sieht denn sowas aus, he? Wie bei Hampels unterm Sofa! Wie im sowieso schon schön-vermüllten Kellerabteil! Oder gleich gar wie bei Messies! Da lobt man sich doch sein nettes zugluftabweisendes Tierchen jeglicher Rasse und Art, übernatürlich in die Länge gezogen, aber dennoch possierlichen Anblicks und wärmender Funktion auf höchstem untersten Niveau!

Und dann auch noch so kindgerecht! Denn was, ausser Tür zuhalten, lässt sich nicht alles mit einem so freundlichen Zuglufttier veranstalten, wenn man ein Kind ist oder sich zumindest seine kindliche Seele bewahrt hat und die schönsten Ideen mit sich herumträgt, die sich hier so wunderbar austoben können!

In der Regel liegt ein Zuglufttier nämlich nicht lange an der Wohnungstür. Kind kommt herbei, betrachtet es als Beute und schleppt es ins Kinderzimmer, meist für immer. Oma findet es nachts in ihrem Bett, ganz unten, wo die kalten Füsse sind, aber auch schon mal weiter oben und zum Trösten in der Einsamkeit der Nacht. Liebe Gäste freuen sich fairerweise, wenn sie sich beim Essen plötzlich auf ein Känguruh setzen – immer noch besser als auf ein Pups-Kissen, findet der Pips. Er selbst legt sich gelegentlich-angelegentlich auch mal drauf auf ein schönes langes Tier und verharrt dort eine geraume Weile in absoluter Eintracht mit dem schönsten Zebra der Welt und dem dicksten Zug in seinem Wohnungsflur. Den er aber infolge von massloser Tierliebe überhaupt nicht spürt…

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Pips  unterwegs

Pips ist hundejung, wieselflink, dachsfrech. Rasender Reporter. Und ständig unterwegs. Für die Ottobrunner Info. Sein Reporter-Credo lautet: „Lerne möglichst jeden Tag drei neue Menschen kennen!“ Denn dann erfährt man eine Menge. Eine ganze Menge mehr als andere Leute. Und dann weiß man schließlich viel. Wenn auch vielleicht nicht alles. Aber es sammelt sich an. Ganz schön sogar.

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