Es ist eigentlich völlig swaglos, ähäm: zwecklos, das Wort s w a g zu erklären, aber einer wie Pips muss dies trotzdem versuchen, denn ein solches Wort kann er nicht einfach im Strafraum der Sprachwissenschaften stehen lassen. Und genau dort ist swag nun mal gelandet, soeben gerade erst und vorvorvorgestern, und Du wirst sicherlich schon davon gelesen haben, denn s w a g ist das „Jugendwort des Jahres 2011“ geworden!
Kein geringerer als der angesehene Langenscheidt-Verlag hat diese Wort-Olympiade, wie immer um diese Jahreszeit, veranstaltet, in der ein „Jahr-Ja-Wort“, aber auch ein „Nein-Un-Wort“ gewählt werden, und immerhin hat man rund 40 000 Jugendliche bundesweit befragt, und eine Jury aus etwa 20 bedeutenden Sprachexperten hat ein entsprechendes Ranking gemanagt. Und aus einem grossen Haufen von Wörtern hat sich eben s w a g herauskristallisiert und sich mit seinen Eigenschaften wie „Lässig, cool und positiv“ weit über das Niveau seines Vorgänger-Siegeswortes von 2010 namens „Niveaulimbo“, ständiges Absinken des Niveaus also, hoch, höher, am höchsten erhoben und alle anderen vorgeschlagenen Worte und Wörter glatt und zerknickt an die Wand gedrückt.
Was heisst nun s w a g genau?
Pass’ auf! Swag ist ein Ausdruck aus dem Rap (!) und steht für „beneidenswerte lässig-coole Austrahlung und charismatisch-positive Aura“, laut Langenscheidt. Es kommt aus dem Amerikanischen und besagt, dass ein Swagger ein Umherwanderer – ähnlich einem Pips, nur ganz anders! – ist. Ein stolzer Stolzierer, aber auch ein deftiger Aufschneider und alles in allem ein riesiger Grosstuer. Ein Schlenz also. Bekannt wurde Swag durch einen Song des österreichischen Rappers „Moneyboy“, dessen Video zu „Dreh den Swag auf!“ bei Youtube auf Anhieb 14 Millionen mal geklickt wurde! Dies kann nur noch getoppt werden durch die Aussage eines verpennten Jugendlichen:“Ich habe heute ganz vergessen, den Swag aufzudrehen!“ Aha! Was immer dieser Swag also auch ist und sein mag…
„Moneyboy“ brachte den amerikanischen Swag also nach Europa, obwohl Ende 2010 die internationale Musikkszene darüber diskutierte, ob der „Geldjunge“ eigentlich nicht der schlechteste Rapper der Welt sei? Oder aber auch „ d i e Hoffnung des deutschsprachigen Hip-Hops“? Pips meint: beides ! In jedem Fall aber hat „Moneyboy“ fast Unmögliches vollbracht. Nämlich mit einem „Ja-Jahres-Wort“, das genau so auch ein „Nein-Un-Wort“ hätte sein können, in der kurzmöglichsten Zeit die weitriesigste Verbreitung eines kleinst-beschaffenen Ami-Wörtchens auf seinen kargen vier Buchstaben weltweit zu vermarkten, Männo!
Und da ist er nun, der „swag“, völlig zwecklos zu erklären,und die Kids stehen erdlingsweit auf ihn. Er hat alle seine Konkurrenten in die Wortflucht geschlagen, und die Neuwortschöpfungen hinter ihm auf den ersten fünf Plätzen können sich gerade noch schämen, aber auch immer schön olympisch denken – dabei sein ist alles!
Hier hat der Pips für Euch die anderen vier Neo-Worte aus dem Ranking der fünf siegreichen Jugendwörter mal herausgeklaubt:
2) „Fail / Epic Fail“ für „grober Fehler“ oder gar „totales Versagen“ –
3) „Guttenbergen“ für Abschreiben –
4) „Körperklaus“ für Tollpatsch und Grobmotoriker –
5) „Googeln“ für Suchen, dies allerdings jetzt nicht im Internet,sondern vielmehr auf S-Bahn-Fahrplänen z.B. oder im Lexikon oder auf der Jagd nach der eigenen neuen grossen Liebe der Saison.
Swag bleiben, Leute – also: cool und lässig und beneidenswert! Und keine Fails machen oder sogar Epic Fails ! Und niemals mehr guttenbergen in der Schule, im Hörsaal oder bei der grossen heimlichen Doktorarbeit zu Hause, wo’s keiner mitkriegt, dass – na ja und so… Und sich auch nicht länger als „Körperklaus“ outen, der von Fettnapf zu Fettnapf latscht. Und vor allem. immer schön googeln,; suchen, jagen;was das Zeug hält,und das Zeug hält meistens lange. Am besten googelts sich’s natürlich nach der grossen Swagheit im eigenen Leben!
Völlig swaglos, sagt sich der Pips, das hier noch weiter zu erläutern. Versteht eh’ nur, wer will und kann. Aber dies sind erstaunlich viele Leute auf der grossen Welt-Welle. Lauter Swagger, die sich auskennen mit dem Leben und all’ diesen Sachen. Weiss der Pips aus eigener Erfahrung. Und sagt Dir deshalb hiermit:“Du, Kumpel/Kumpeline – dreh’ doch einfach mal den Swag auf!“



















