Und dies alles allein mit einem grossen Haufen Blech. Man könnte auch sagen: mit Pauken und Trompeten, mit Posaunen, Waldhörnern und Saxophonen und zwischenzeitlich-leiserer und dennoch nicht umsonst mitspielender Harfe und Harmonika. Und dies alles im Schatten der grossen Tuba. Und nun neuerdings auch noch so wie kürzlich beim Neubiberger „Heimspiel“ mit einem schönen grossen güldenen Euphonium, dideldum.
Und das kam so!
Einer wie Pips kennt die Himpsl-Family natürlich schon von Kindesbeinen an, von eigenen und von denen der beiden älteren Himpsl-Söhne von Irene (Harmonika) und Franz Josef ( Trompete): den Xaverl (Trompete) und den Wiggerl (Waldhorn ). Bereits als Knirps und als der Pips beim Zuhören noch auf seines Opas Schoss hockte, um besser zu sehen, denn besser hören hätte er auch unter seinem eigenen Stuhl können, so laut ging’s zu – also, da waren auch die beiden kleinen Himpsls noch so klein, dass sie von ihren golden-blitzenden Instrumenten fast überragt wurden.
Dann aber wuchsen und wuchsen sie, wurden zu Teenagern, zu Twens und schliesslich zu Youngmen und somit grösser als ihre eigenen Tonträger,und alle Welt, die Ohren hatte, Grosses und Wunderbares und absolut Einmaliges zu erlauschen, seufzte so abgrundtief, wie nur ein gestandner Alt-Bass dies kann:“Männo – die Kleinen wachsen ja vie zu schnell!“
„Das lässt sich leider nicht mehr zurückschrauben“, verkündete Papa Franz Josef, Oberhimpsl, Chef der Bagage und der Band mit wechselnden international-bekannen Super-Musikern der Himpsl-Folklore-Jazz-Brass- Stilart, Weltbürger aus dem Bayernwald, dem niederboarischen, der seit Jahrenden durch grosse und kleine Städte aller Welt mit seinem geliebten Blechhaufen tourt. Und er hatte recht. Die Musik-Knirpse liessen sich „nicht mehr zurückschrauben“. Aber dem Herrn Papa fiel eine andere Möglichkeit ein – und die nahm er denn auch wahr, und wie…
Und so entstand, zunächst noch unbemerkt für alle Fans, später aber zu deren grosser Freude, neben dem Xaverl und dem Wiggerl viiieeeeleee Jahre später der kleine Franz Josef Ferdinand, 9 Jahre gross inzwischen, aber immer noch so schön klein wie damals seine Brüder. Und schon früh verkündete Amerikas berühmter Posaunist Jay Ashby, Hofmusik-Mitglied natürlich auch: “Der Ferdl wird mal Trompeter – und wenn i c h ihm die ersten Flötentöne beibringe!“
War aber gar nicht nötig! Des kleinen Ferdls Himpsls Gene ackerten schon sehr zeitig von ganz alleine los, und mit der ersten Mama-Milch sog er auch seine ersten leisen Alllround-Töne um sich herum auf. Und schon wenig später kramte er im grossen Blechhaufen seiner Familie und deren Freunde herum – und siehe da: ausgerechnet das grosse Euphonium, auf dem sonst kaum einer spielte, fiel ihm in die kleinen Arme – vielmehr er sank begeistert in die Windungstiefen dieser Über-Posaune.
Jetzt ist der Ferdl genau im richtigen schönen Kleinkindalter für Papas Band, wenn er auch noch nicht an den späten Abenden auftreten darf – zwenggs Kinderschutzgesetz ! -, aber auf Neubibergs Heimspiel kürzlich war er hochoffiziell für einige Minuten vor 21 Uhr dabei, gab sein vielbeklatschtes Gartenstadt-Debut – nach ersten Auftritten in kleineren Ortschaften – und heimste seinen ersten Riesenbeifall ein. Und um ein Haar oder zwei hätte er auch fast schon Standing Ovations bekommen – kommt noch! Jedenfalls: Himpsl Nr. 5 ist in voller action ! Und zwar dergestalt:
Sprang da mitten aus der Zuschauermenge in Neubibergs „First Aula“ der proppevollen Volksschule hinauf auf die Bühne, ein Knirps mit wehendem blonden Langhaar, bemächtigte sich seines goldfarbenen Euphoniums, einen guten Kopf grösser als er selbst, und fing an, Töne zu produzieren - aber so was von Tönen! Papa Himpsl fiel mit einigen leisen Trompetenstössen ein, dann der Xaverl, danm der Wiggerl, dann der Rest der „Goldenen Girls & Boys“, Mama Irene und Jay Ashby und der Michel Engl an der Tuba. Aber den letzten Ton und den tiefsten dazu, den hatte „Himpsl Nr.5 „, und der schmiss Tout Neubiberg in seiner ganzen und völlig neuen global-lokalen Glokalisierung, wie First-Bürgermeister Günter Heyland dies neuwortschöpferisch nannte, einfach um !
Und ganz besonders den Pips, der sich einfach diebisch über den kleinen „Nicht-Noten-Newcomer“ freute. Und der in einer grossen Pause für allgemeines Atemholen zu den Himpsls hinging und Himpsl Nr.5 „ sanft streichelte und zu seinen Eltern und Brüdern, die so was wie Schweisstropfen in Augennähe hatten, mit herzbewegender Stimme zuflüsterte: “Schön, Leute, dass ihr endlich wieder so klein seid!“
Sagte doch glatt der Pips, kurz ehe ihm die Stimme versagte, was doch nun wirklich was heissen will.



















